»Ah! le bon billet qu´a la Châtres!«

Manche Dinge sind so einprägsam, dass man sie ein ganzes Leben mit sich herumträgt. Just in diesem Moment kommt mir zum Beispiel eine Recherche in den Sinn, an der ich zu meiner Zeit als studentische Hilfskraft bei der Arbeitsstelle Therese Huber an der Uni Osnabrück gearbeitet habe. Es handelte sich um den Ursprung des französischen Zitats »Ah! le bon billet qu´a la Châtres!«, was soviel bedeutet wie “Ach, die gute Mitteilung, die la Châtres hat!”. Die Anekdote ist schnell erklärt: Anne »Ninon« de Lenclos, eine französische Lebedame des 17. Jahrhunderts, war zeitweise mit einem Marquis de la Châtre liiert. Der offenherzige Ruf der Geliebten veranlasste den Marquis, von ihr vor einer seiner Reisen ein schriftliches Treuebekenntnis einzufordern. An diese erinnerte sich die Dame, als sie in die Arme des nächsten Liebhabers sank und kommentierte es mit oben erwähntem Ausspruch. Nicht jedes Treueversprechen ist so wertlos, wie jenes des Marquis de la Châtres. Werder Bremen zum Beispiel wird mit vielen Millionen Euro dafür entschädigt, dass Davie Selke sich bereits im Sommer in Richtung Leipzig veabschiedet und nicht, wie vor nicht allzu langer Zeit vereinbart, erst im Sommer 2018. Nur lässt sich Treue nicht vertraglich regeln. Nicht in Bremen, nicht in Hamburg, wo man sich an Hakan Calhanoglu erinnern mag und auch nicht im Frankreich des 17. Jahrhunderts. »Pacta sunt servanda«: Verträge sind einzuhalten. So lautet ein weiteres geläufiges Prinzip. Manchmal sind Verträge aber auch einfach nur auszulösen.

Nachzulesen ist der Fall übrigens in: Therese Huber. Briefe. Band 5: 1812 – Juni 1815. Bearbeitet von Petra Wulbusch, Magdalene Heuser und Andrea Kiszio. Tübingen 2005.

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Der Dino lebt – möglicherweise

“Totgesagte leben länger”, eine reichlich strapazierte Redewendung. Seit dem letzten Abpfiff der Bundesligasaison 2013/14 am Samstag kam sie auch häufiger im Zusammenhang mit dem Hamburger SV zum Vorschein. Der Dino, das letzte Gründungsmitglied der Liga, das niemals absteigen musste hatte sich am Ende doch noch einmal in die Relegation gerettet. Fünf Niederlagen in den letzten fünf Partien, bei nur einem Punkt Vorsprung auf Nürnberg und zwei Zählern auf Schlusslicht Eintracht Braunschweig nach dem 29. Spieltag haben daran nichts zu ändern vermocht. Schwein gehabt! Aber ist der Verein nun wirklich ein Totgesagter, der wider Erwarten noch ein paar schöne Jahre vor sich hat, oder ist die Beerdigung des HSV nur um acht Tage aufgeschoben, weil sich zwei andere Todesfälle vorgedrängelt haben?

Zwei Spiele entscheiden, zumindest über das kurzfristige Schicksal der Rothosen. Am Donnerstag ist die SpVgg Greuther Fürth in Hamburg zu Gast, Sonntag reist der Nordclub ins Frankenland. Die Regeln gleichen dem Europapokal, der ansonsten so weit entfernt ist, wie nie zuvor. Das soll heißen: Enden beide Partien in der Addition Unentschieden, entscheiden die erzielten Auswärtstreffer über Auf- oder Abstieg. Der HSV ist sofort gefordert. Ein Spiel ohne Gegentor würde helfen. Dies gelang zuletzt aber zwölf Mal in Folge nicht. Am 22. Februar war René Adler letztmals nicht gezwungen, den Ball aus dem eigenen Tor zu fischen – beim 3:0 gegen Borussia Dortmund, dem ersten Spiel von Coach Mirko Slomka auf der Bank. Damals waren Strohhalm-Witze aktuell (słoma auf Polnisch). Das alles scheint eine Ewigkeit her zu sein.

Natürlich gibt es auch Dinge, die Hoffnung machen. Das sportliche Niveau der 2. Bundesliga war nicht überragend. Hinter der jungen Mannschaft des 1. FC Köln lief mit dem SC Paderborn ein krasser Außenseiter auf Platz 2 ins Ziel ein. Gleich dahinter die SpVgg Greuther Fürth, die im Vorjahr sang- und klanglos mit nur 21 Zählern aus der Bundesliga absteigen musste. Mit diesem Resultat hätten die Franken nicht einmal im Schneckenrennen dieser Spielzeit etwas zu melden gehabt. In ihrem gesamten Bundesligajahr gelang der Spielvereinigung nicht ein einziger Auswärtssieg. Haha. Apropos HH: Hier trainiert, wie bereits erwähnt Mirko Slomka. Dessen Teams gelang unter seiner Führung in dieser Spielzeit auswärts nicht einmal ein Punktgewinn. Aus einer vermeintlichen Schwäche des Gegners lässt sich hier wohl nichts konstruieren. Am Ende ist es aber auch egal, ob das Glas halbvoll oder halbleer ist, denn nun sind die Spieler des Hamburger SV gefordert. Sie müssen es mit Leistung füllen, so wie im Spiel gegen Dortmund. Oder am 24. September 2013. An diesem Tag war Fürth schon einmal in der Imtech Arena zu Gast. Der HSV siegte mit 1:0 und zog ins Achtelfinale des DFB Pokals ein. Eine Wiederholung ist ausdrücklich erwünscht. Noch stehen mit Calhanoglu und Lasogga Typen zur Verfügung, deren Qualität ein Spiel zugunsten der Rothosen entscheiden kann. Denn, man möchte fast sagen natürlich, war der Pokaltreffer eine Koproduktion der beiden Youngster. Auf externe Hilfe darf man nicht mehr hoffen. Die Zeit der Schützenhilfe ist nun vorbei. Ein Vorsprung rettet das Team nun nicht mehr. Wenn in der Relegation verloren wird, hat der Gegner gewonnen. Einmal ließe sich das korrigieren – unter Umständen. Ganz eventuell, aber wer will sich darauf verlassen? Sieben Tage nach dem Relegationsrückspiel steht dann die nächste Entscheidung an. HSVPlus – ja oder nein? Sollte der Trend, so wie erwartet wird, in Richtung einer Ausgliederung der Mannschaft in eine Kapitalgesellschaft gehen, muss man möglichen “strategischen Partnern” aber auch etwas anzubieten haben. Bevorzugt Bundesligafußball!

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Das Transferkarussel dreht sich

Die Saison 2013/14 geht ihrem Ende entgegen und auch die Nordclubs müssen für die neue Spielzeit planen. Auf welche Neuzugänge dürfen die die Fans freuen, wer verlässt seinen Verein? Alle Kaderveränderungen in der Sommertransferperiode findet ihr auf Sport ist Nord! Die Zu- und Abgänge der Nordvereine aus Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga gibt es hier, die Transferaktivitäten in der Regionalliga Nord sind unter diesem Link aufgeführt.

Die aktuellsten Wechsel:

Sebastian Schmik verlässt den SV Meppen und schließt sich Hessen Kassel in der Regionalliga Südwest an.

Der VfL Osnabrück verpflichtet Sofien Chahed vom Nachbarn SF Lotte.

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10 Fakten über Martin Kobylanski (Werder Bremen)

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Der nächste Kandidat streicht die Segel

Auch Goslar verzichtet auf einen möglichen Aufstieg in Liga 3

Nach dem SV Meppen hat sich auch der Goslarer SC dazu entschieden, keine Lizenz für die 3. Liga zu beantragen. Damit steigt der Club freiwillig aus dem Aufstiegsrennen in der Regionalliga Nord aus. Anders als die Emsländer hatte das Team aus dem Harz aber noch beste Chancen, in der Endabrechnung Platz 1 und damit die Relegationsspiele zu erreichen. Nach dem Sieg gegen die U23 des Hamburger SV zog Goslar am vergangenen Wochenende mit dem Spitzenreiter VfL Wolfsburg II nach Punkten gleich. Meppen hätte bereits einen Rückstand von zehn Punkten aufholen müssen. Aus dem spannenden Kampf um die Tabellenspitze entweicht somit eine Menge Luft. Der VfB Oldenburg und die U23 von Werder Bremen verbleiben noch als Herausforderer. Ebenso hat das Team vom ETSV Weiche Flensburg noch Chancen auf Platz 1. Wer denn nun tatsächlich auch eine theoretische Aufstiegschance wahrnehmen möchte, entscheidet sich am 3. März, wenn die Lizenzanträge beim DFB eingereicht werden müssen. Zumindest die Zweitvertretungen der Bundesligisten dürften keine Bedenken angesichts der Auflagen für die 3. Liga haben.

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SV Meppen beantragt keine Drittligalizenz

Am Samstag gab der SV Meppen dem Tabellenführer aus Wolfsburg auf dem Platz noch Kontra und erspielte sich nach langer Führung zumindest einen Zähler. Heute steigen die Emsländer aus dem Aufstiegskampf zur 3. Liga aus. Der Verein teilte auf seiner Homepage mit, dass keine Lizenz für die nächsthöhere Spielklasse beantragt wird. Die Chancen, als Tabellensechster mit zehn Zählern Rückstand auf die U23 des VfL Wolfsburg und den Goslarer SC noch ganz nach vorne vorzustoßen, wären wohl ohnehin bei noch zwölf ausstehenden Partien eher gering gewesen. Für die Regionalliga Nord bleibt damit eines der größten Zugpferde vorerst erhalten, wenn auch langfristig in Meppen der Aufstieg auf dem Wunschzettel steht. Von 1987 bis 1998 spielte der Verein in der 2. Bundesliga. Man war gegen Oldenburg Gastgeber des ersten von Sport 1 übertragenem Matches der Regionalliga Nord in dieser Saison und auch die zweite Übertragung am 24. März wird aus der Hänsch-Arena gesendet. Dieses Mal ist die U23 des FC St. Pauli zu Gast. Im Rennen um den Relegationsplatz dürften sich neben Wolfsburg und Goslar nun noch der VfB Oldenburg, sowie die U23 des SV Werder Bremen und ETSV Weiche Flensburg befinden. Die letztgenannten haben zwar bereits einen Rückstand von sechs bzw. acht Punkten zur Spitze, können aber jeweils noch ein einem Nachholspiel punkten.

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And then there was Bayern

Werder Bremen musste am Samstag die höchste Heimniederlage in der Bundesligageschichte des Vereins hinnehmen. Es war ein Ereignis, dass man vielleicht in dieser Form nicht erwartet hatte, aber durchaus hätte erwarten können, denn schließlich empfing man den wohl stärksten Gegner in dieser mehr als fünfzig Jahre andauernden Historie. Das Werder wiederum aktuell nicht über den stärksten Bundesligakader seiner Schaffenszeit verfügt, dürfte auch dem einen oder anderen aufgefallen sein. Das Resultat dieses ungleichen Aufeinandertreffens war ein mehr als deutliches 0:7. Bereits zur Halbzeit waren die Fans im ausverkauften Weserstadion mit einem 0:3 vorgewarnt. Dabei hatte es gar nicht so schlimm angefangen. Man tastete sich ab und es gab kleinere erste Chancen auf beiden Seiten. Man hatte sich offenbar etwas vorgenommen in Bremen – augenscheinlich zu viel. Der Branchenprimus benötigte nicht einmal größere Möglichkeiten um die Verhältnisse zu verdeutlichen: Eine Hereingabe vom Ribery vollendete mit Lukimya ein Bremer Abwehrspieler, Daniel van Buyten übersprang kurz darauf nach einem Freistoß Nils Petersen mit Leichtigkeit. Es bleibt nicht mehr als eine Randnotiz, dass vermutlich auch Spielern mit dem Ruf ausgeprägterer Standhaftigkeit als Bayerns Thomas Müller in dieser Situation nicht unbedingt ein Foul zugesprochen bekommen hätten. Entgegen ersten Zweifeln lag das Schiedsrichterteam hingegen beim 3:0 richtig. Die Fernsehbilder klärten auf, dass sich Müller beim Zuspiel auf dem Flügel nicht in einer Abseitsposition befand. Das Spiel wurde einfach eine Nummer zu schnell für die Grün-Weißen, die allerdings zu diesem Zeitpunkt noch deutlich unter Wert geschlagen wurden. Entschieden war die Partie dennoch bereits beim Halbzeitpfiff und die Leistungssteigerung, die für eine Korrektur nötig gewesen wäre, zeigte in Halbzeit 2 nur Bayern München. Der nunmehr seit 40 Bundesligaspielen ungeschlagene Rekordmeister hatte nicht nur das überlegene Spielermaterial, sondern auch etwas Glück und vor allem richtig Lust auf Fußball. Die Nachsicht, die manchen Teams in dieser Spielzeit mit fortschreitender Matchdauer noch zuteil wurde, räumte man der Nummer 2 in der ewigen Tabelle der Fußball-Bundesliga nicht ein.

Werder tat gut daran, lieber die Köpfe hängen zu lassen, als zu versuchen, dem Gegner mit übertriebener Härte die Spielfreude doch noch zu nehmen. Denn während nicht erst seit Samstag bekannt sein dürfte, dass die Mannschaft in dieser Zusammenstellung vermutlich nicht mehr die Champions League gewinnen wird, stehen andere wichtige Aufgaben vor der Tür, bei denen selbst die Spieler gebraucht werden, die man unmittelbar nach dem Abpfiff am liebsten zum Teufel gejagt hätte. “Man darf verlieren, aber doch nicht so!”, hieß es mancherorts nach dem Spiel. Von einem “unverzeihlichen Auftritt” war auch die Rede. Letzten Endes war aber auch das 0:7 nicht die Katastrophe, welche bereits Orkan Xaver nicht über Bremen gebracht hatte (wobei sich der Eine oder Andere vielleicht im Nachhinein sogar wünscht, dass Spiel wäre aufgrund eines überfluteten Stadions verschoben worden). Eine Katastrophe wäre es, am nächsten Wochenende in Berlin ins nächste Debakel zu stolpern, weil man es verpasst, die letzten Eindrücke angemessen aufzuarbeiten. Eine zielgerichtete Fehleranalyse kann nicht lauten, dass alles besser gemacht werden muss oder der gesamte Kader ausgetauscht wird. Stattdessen sollte man sich an den Partien gegen Mainz und in Hoffenheim orientieren, wo gegen Gegner auf ähnlichem Niveau zwar bessere Resultate erzielt, aber auch genügend Fehler fabriziert wurden, an denen es sich zu arbeiten lohnt. Einige Personalien stehen dabei natürlich auch zu Debatte. So unterliefen Keeper Raphael Wolf in seinen ersten beiden Bundesligaspielen zwar keine schwerwiegenden Fehler, trotzdem musste er aber insgesamt elf Mal hinter sich greifen. Wenn die Argumente gegen Sebastian Mielitz dahin gingen, dass er zu viele Gegentore kassierte und der Abwehr keine Sicherheit gab, dürften diese mittlerweile hinfällig sein. Nie zuvor wirkte die Defensive so unsicher wie in den Partien in Hoffenheim und gegen die Bayern. Die elf Gegentore waren die Konsequenz daraus. Sebastian Mielitz, der in 13 Auftritten 23 Mal vom Gegner bezwungen wurde, weist eine erheblich bessere Quote auf. Ein heimlicher Gewinner ist auch Felix Kroos, dessen Ausfall bitter schmerzt. Weder Clemens Fritz noch Theodor Gebre Selassie brachten auch nur eine ansatzweise vergleichbare Struktur ins Bremer Spiel. Kurzfristig könnte Philipp Bargfrede der Nutznießer dieser Situation sein. Auf der Rechtsverteidigerposition hingegen herrscht dringender Bedarf, denn auch hier zeigen sich immer wieder Lücken, die weder der Kapitän noch der tschechische Nationalspieler dauerhaft absichern konnten. Nicht nur Robin Dutt, auch Manager Thomas Eichin steht vor einer anspruchsvollen Aufgabe.

Bevor in der Winterpause allerdings eine ausführliche Bilanz der Zusammenarbeit ansteht, gilt es zunächst, sich in den beiden verbleibenden Spielen der Hinrunde schadlos zu halten. Seit gestern steht immerhin fest, dass Werder im Jahr 2013 sicher nicht mehr auf einen Abstiegsplatz rutschen kann. Auch der Relegationsplatz ist unwahrscheinlich, da sowohl Freiburg und Frankfurt dafür zwei Siege einfahren müssten. Ein möglichst großes Polster ist dennoch wünschenswert, denn die Resultate der letzten beiden Rückrunden waren wenig verheißungsvoll. Bis Werder wieder um eine Meisterschaft mitspielt, wird noch eine Menge Wasser die Weser herunter fließen (möglichst auch weiterhin am Stadion vorbei), vorerst gilt es aber den zweiten Abstieg der Vereinsgeschichte zu vermeiden. Ein weiteres 0:7 gegen übermächstige Bayern im nächsten Jahr wäre wohl erheblich leichter zu verdauen.

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Das Nordderby der kurzen Wege

115 Kilometer liegen zwischen Weserstadion und Imtech-Arena, in der am Samstag das 99. Nordderby der Bundesligageschichte angepfiffen wird. Keine Bundesligapartie gab es häufiger. Noch näher als auf der Landkarte liegen Werder Bremen und der Hamburger SV als 14. und 15. der Bundesligatabelle nach fünf Spieltagen der Saison 2013/14 zusammen und ebenso nah liegt die Abstiegszone hinter den beiden Erzrivalen. Die Saison ist noch jung, aber die Spiele des letzten Wochenendes unterstreichen die Platzierungen. Das anstehende Derby verspricht, kein Highlight zu werden.

Natürlich gab es auch vereinzelte positive Aspekte, die sich aus den Spielen herauspicken lassen. So hielt der HSV bei der 2:6-Niederlage gegen Borussia Dortmund das Ergebnis trotz deutlicher optischer Unterlegenheit zumindest lange offen. Dabei gelang es den Rothosen sogar, den frühen 0:2-Rückstand vorübergehend noch einmal auszugleichen. Dabei gelang Zhi-Gin Lam sein erster Bundesligatreffer und dieser war auch noch sehenswert. Die Chancenverwertung blieb am Ende aber auch der einzige statistische Wert, der zugunsten des HSV ausfiel. Und streng genommen galt dies auch nur bis zur Hälfte der zweiten Halbzeit, denn in der Schlussphase marschierte der BVB nicht nur wie zuvor munter durch die Abwehr des Bundesligadinos, sondern kam auch zu Treffern. Für Trainer Thorsten Fink war der Abpfiff des Spiels zugleich auch der Schlussstrich unter seine Tätigkeit im Verein. Er wurde vom Verein freigestellt. U23-Coach Rodolfo Cardoso übernimmt vorerst.

Werder Bremen unterlag im Weserstadion Eintracht Frankfurt mit 0:3 und war dabei auch vor dem frühen Platzverweis für di Santo (3 Spiele Sperre) statistisch in beinahe jeder Hinsicht unterlegen. Dennoch ergaben sich durch di Santo, Elia und vor allem eine Foulelfmeter von Aaron Hunt gute Torgelegenheiten, die Offensivkräfte scheiterten aber unglücklich bis kläglich. Lediglich Sebastian Prödl brachte das Leder im Tor unter, allerdings im eigenen. Die Schlusspointe im fragwürdigen Kunstwerk der Grün-Weißen, in welchem man den Katalog möglicher Fußballpatzer konsequent abarbeitete. Di Santos selbstverschuldeter Ausfall sezt Robin Dutt nun kurzfristig unter Druck. Der Argentinier kam in der abgelaufenen Transferperiode als einziger Neuzugang für die bislang mit drei Treffern (davon ein Eigentor) harmlose Bremer Offensive. Im Gegenzug verließen mit Arnautovic, Akpala, Füllkrug und Avdic gleich vier Angreifer den Verein. Es verbleiben Nils Petersen und Eljero Elia, die sich beide in einem langanhaltenden Formtief befinden. Petersen traf zuletzt im Februar gegen den SC Freiburg, Elia für Werder in der Bundesliga noch gar nicht. Eine Chance für den Nachwuchs? Florian Grillitsch, Martin Kobylanski und Levent Aycicek stehen bereit. Alle drei Spieler verbuchen noch keinen Bundesligaeinsatz für sich, wissen aber zumindest in Regionalliga und A-Jugend-Bundesliga wo das Tor steht. Auch der Weg in die Bundesliga ist im Norden kurz geworden. Zuletzt schafften Felix Kroos und Özkan Yildirim an der Weser und Zhi-Gin Lam an der Elbe den Sprung. Kleine Lichtblicke dort, wo die etablierten Kräfte derzeit wenig Optimismus versprühen lassen.

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DJB benennt WM-Kader

Der Deutsche Judobund hat den Kader für die Judoweltmeisterschaften in Rio de Janeiro vom 26. August bis zum 1. September 2013 bekannt gegeben. Jeweils neun Männer und Frauen treten in ihren Gewichtsklassen an. Leidiglich die Klasse bis 48 kg der Frauen bleib unbesetzt. Für den Norden sind wenig überraschend der olympische Bronzemedaillengewinner Dimitri Peters und Martyna Trajdos am Start. Der Hannoveraner Igor Wandtke darf sich noch Hoffnungen machen. Das letzte offene Ticket in der Klasse bis 73 kg geht entweder an ihn oder Christopher Völk aus Bayern. Bei der WM können die Judoka einen Vorgeschmack auf die nächsten Olympischen Spiele bekommen, die 2016 ebenfalls in Rio stattfinden werden. Dort kann maximal ein Teilnehmer pro Gewichtsklasse für den DJB starten, sofern die anspruchsvollen Qualifikationskriterien über die Weltrangliste erfüllt werden.

Alle WM-Starter im Überblick:

Männer:
- 60 kg : Tobias Englmaier
- 66 kg : Sebastian Seidl
- 73 kg : Christopher Völk oder Igor Wandtke
- 81 kg : Sven Maresch und Alexander Wieczerzak
- 90 kg : Marc Odenthal
-100 kg : Dimitri Peters
+100 kg : Andreas Tölzer und Robert Zimmermann

Frauen:
- 52 kg : Mareen Kräh
- 57 kg : Miryam Roper und Johanna Müller
- 63 kg : Martyna Trajdos
- 70 kg : Iljana Marzok und Laura Vargas Koch
- 78 kg : Luise Malzahn und Kerstin Thiele
+ 78 kg: Jasmin Külbs

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Ein Ausblick auf die 1. Runde des DFB-Pokals – Teil 1

64 Teams treten von Freitag bis Montag in der ersten Runde des DFB-Pokals gegeneinander an, darunter auch zahlreiche Mannschaften aus dem Norden. Ob nun als lukratives Zusatzgeschäft oder als erster Schritt auf dem kürzesten Weg nach Europa: Der Pokal genießt wieder einen hohen Stellenwert. Wie sind die Chancen der Nordclubs, wie heißen ihre Gegner und wann müssen sie antreten? Hier gibt es einen Ausblick auf die ersten beiden Partien mit Nordbeteiligung:

VfL Osnabrück – Erzgebirge Aue, Freitag, 2. August, 19 Uhr

Die Pokalrunde beginnt mit der nominell vielleicht ausgeglichensten Partie. Der VfL Osnabrück hat den Aufstieg in die 2. Bundesliga erst in der Relegation verpasst, Erzgebirge Aue rettete sich dort als Tabellenfünfzehnter nur denkbar knapp vor diesen Entscheidungsspielen. Aus den ersten beiden Saisonspielen konnten beide Teams mit sechs Punkten ein wenig überraschend die maximale Ausbeute sichern, wobei die Lila-Weißen aus Niedersachsen mit dem Chemnitzer FC sogar schon auswärts bei einem durchaus ambitionierten Konkurrenten auftrumpfen konnten (3:0 am 1. Spieltag). Aue bezwang Ingolstadt und Sandhausen, zwei Teams, die man am Saisonende nicht gerade im oberen Tabellendrittel der 2. Liga erwarten würde. Der Zweitligist dürfte als Favorit ins Rennen gehen, die Chancen auf ein Weiterkommen sind für den VfL aber sicher vorhanden. Nach der entscheidenden Niederlage gegen Dynamo Dresden verließen zwar einige Leistungsträger den Verein, die neue, günstigere Elf hinterließ allerdings bisher einen guten Eindruck. Etwaige Mehreinnahmen aus einer Zweitrundenpartie kämen angesichts der begonnenen Konsolidierung des VfL alles andere als ungelegen.

SG Aumund-Vegesack – TSG 1899 Hoffenheim, Samstag, 3. August 15:30 Uhr

Der Oberligist aus dem Norden Bremens ließ sich im Finale des Lotto-Pokals in der Vorsaison nicht irritieren. Die Unruhen um die Insolvenz des Gegners FC Oberneuland konnte die Elf von Trainer Kristian Arambasic ausnutzen und den damaligen Regionalligisten mit 4:0 deutlich bezwingen. Mit der TSG 1899 Hoffenheim bekam man für die erste Runde zwar einen Bundesligisten zugelost, die Blicke richten sich aber trotzdem etwas neidisch gen Rehden oder Wilhelmshaven. Dennoch erwartet die SG Aumund-Vegesack einen interessanten Gegner auf Platz 11 des Weserstadions. In dessen verkorkste Vorsaison fiel neben dem Klassenerhalt in letzter Minute durch einen der wenigen Aussetzer des Dortmunder Keepers Roman Weidenfeller und die letztlich erfolgreiche Relegation gegen den 1. FC Kaiserslautern auch ein furchtbar peinliches Ausscheiden im DFB-Pokal gegen den Berliner AK 07. Mit 4:0 setze sich der Regionalligist am Ende durch. Nach der Übernahme des Traineramts durch Markus Gisdol geht es mit dem Club aus Sinsheim aber wieder bergauf. Erschwerend hinzu kommt, dass die SG kein Regionalligist ist, sondern in der Bremenliga nur fünftklassig spielt. Ein Weiterkommen ist nahezu ausgeschlossen, aber im Pokal geschehen mitunter merkwürdige Dinge. Wer wüsste das besser als die Verantwortlichen in Hoffenheim?

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